Von Compliance bis Therapietreue – im Sinne einer erfolgreichen Behandlung

Adhärenz, Therapietreue, der aus dem Englischen stammende Ausdruck „Compliance“, Patientenkooperation... Solche Fachbegriffe sind Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden, beispielsweise an Bluthochdruck, Asthma, Diabetes Typ 2, Osteoporose, Herzinsuffizienz oder erhöhtem Cholesterinspiegel, wohlbekannt. Diese Schlüsselbegriffe sind zwar wichtig, um den Behandlungserfolg zu optimieren, lassen sich jedoch im Alltag nur schwer umsetzen.

Compliance ist definiert als Akzeptanz der Behandlung durch den Patienten. Darunter versteht man, dass er seine Krankheit akzeptiert und den Sinn der verordneten Behandlungen versteht. Compliance besteht aus den drei Faktoren Akzeptanz, Beständigkeit und Befolgung. Wenn der Patient zum ersten Mal mit einem Rezept in die Apotheke geht, akzeptiert er seine Behandlung. Setzt er seine Behandlung über die gesamte vorgesehene Dauer fort, dann zeigt er Beständigkeit in der Anwendung seiner Therapie. Und wenn er genau die verordnete Dosierung nimmt, dann befolgt er seine Therapie bzw. ist therapietreu. Therapietreue liegt vor, wenn Übereinstimmung zwischen dem Verhalten des Patienten und den Empfehlungen seines Arztes in Bezug auf einen Therapieplan besteht. Ein Patient gilt als therapietreu, wenn er mindestens 80 % seiner Medikamente einnimmt. Ab drei Medikamenten wird der Therapieplan häufig nicht befolgt und man spricht von „Non-Compliance“.

Im Bezug auf therapeutische Adhärenz gibt es keine „guten“ oder „schlechten“ Patienten, vielmehr nur günstige und ungünstige Situationen. Mangelnde Therapietreue kann beabsichtigt (Glaube und Wahrnehmung der Krankheit und der Behandlung durch den Patienten) oder unbeabsichtigt sein, insbesondere wenn die körperlichen Ressourcen des Patienten eingeschränkt sind (Probleme mit der Fingerfertigkeit, der Mobilität, dem Gedächtnis). Mehrere Faktoren können Non-Compliance erklären: das Alter des Patienten (Schwierigkeiten bei Jugendlichen, jedoch auch bei älteren Menschen, die oft mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen), falsches Verständnis der Behandlung, mangelnde Überzeugung vom wirklichen Sinn der Behandlung, Vergesslichkeit, Routine der Behandlung, mehrmals tägliche Einnahmen, schlechte Beziehung zum Arzt usw. Dafür gibt es jedoch Lösungen: eine Vereinfachung der Behandlung (der Patient muss sie gut verstehen), Aufklärung (Therapietreue steigt mit therapeutischer Aufklärung; die Patienten, die am besten über ihre Krankheit und Behandlung informiert sind, halten sich am besten an ihre Verordnungen), Motivation (die Einhaltung eines vorgeschriebenen Therapieplans kann leicht zur Last fallen und die Zuverlässigkeit beeinträchtigen) und praktische Hilfen wie Einnahmeerinnerungen per SMS oder „intelligente“ Medikamentenspender können sich als wirkungsvoll erweisen. In Frankreich werden etwa 50 % der verschriebenen oralen Mittel für erhöhten Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Diabetes nicht eingenommen.

Morisky-fragebogen mit 8 Fragen

Die Compliance gilt als gut bei Personen, die eine Punktzahl von mindestens 8 erzielen, als mittelmäßig bei denjenigen, die eine Punktzahl von 6 oder 7 erzielen, und als schwach bei den Personen mit einer Punktzahl unter 6.

Das therapeutische Bündnis zwischen Arzt, Patient und Apotheker im Hinblick auf ein gemeinsames Ziel ist ein zentrales Thema der Therapietreue.

Non-Compliance ist die mangelnde Übereinstimmung zwischen den medizinischen Empfehlungen und den Verhaltensweisen von Patienten. Mangelhafte Therapietreue hat gefährliche Auswirkungen auf den Patienten, beispielsweise verringerte Wirksamkeit der Behandlung, Auftreten von Komplikationsrisiken sowie schwerere Rückfälle. Non-Compliance hat jedoch nicht nur medizinische Folgen, sondern führt auch zu einer Steigerung der Gesundheitskosten. Einer Studie von IMS Health-France-Crip aus dem Jahr 2014 zufolge belaufen sich die jährlichen Ausgaben im Zusammenhang mit der Nichteinhaltung von Therapien in Frankreich auf mehr als 9 Milliarden Euro pro Jahr.* Die direkten Kosten sind auf kostspieligere Behandlungen zurückzuführen, die bei Befolgung der ursprünglichen Therapie hätten vermieden werden können. Bei Diabetes führt die Nichteinnahme von oralen Medikamenten oft zur raschen Einleitung einer Insulinbehandlung und schließlich zu schweren und teuren Komplikationen, darunter Amputationen, Erblindung usw. Strikte Therapietreue wäre angebracht, was aber insbesondere bei Patienten, die mehrere Arzneimittel gleichzeitig nehmen müssen, alles andere als selbstverständlich ist. Um die Patienten bei der regelmäßigen Einnahme ihrer Medikamente und Vermeidung von versäumten Einnahmen zu unterstützen, gibt es Lösungen wie Medikamentenspender. Pilbox bietet ein großes Sortiment von Tagesspendern bis zu Wochenspendern an.

Mangelnde Therapietreue ist jedoch nicht allein dem Patienten anzulasten. Auch der Arzt und der Apotheker spielen eine Rolle. Der Patient hat Einfluss auf die Einhaltung seiner Behandlung, wenn er in Bezug auf die therapeutische Empfehlung kooperiert, die der Arzt unter Berücksichtigung seines Lebensstils festlegt. Die erwarteten Vorteile sind bessere Gesundheitsergebnisse, eine Verbesserung der Lebensqualität sowie Einsparungen für den Patienten, das Gesundheitssystem und die Gesellschaft.

Die Information des Patienten über seine Krankheit ist der erste Schritt, um eine gute Compliance zu erreichen. Das muss mit einfachen und verständlichen Worten geschehen. Die Aufgabe des Informierens kommt nicht allein den Ärzten zu, sondern ist Zuständigkeit aller medizinischen Fachkräfte. Sie betrifft die Pathologie und ihre Risiken im weiteren Verlauf, die Therapieziele, insbesondere den erwarteten Nutzen, aber auch die Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung. Nach Möglichkeit muss auch die Familie und das Umfeld informiert werden, damit diese in den Therapieplan eingebunden werden. Das mag offensichtlich erscheinen, aber die ordnungsgemäße Information des Patienten und seiner Umgebung findet allzu oft nicht statt, insbesondere was die unerwünschten Wirkungen oder Nebenwirkungen von Behandlungen betrifft, die eine große Bedeutung für die Therapietreue haben.

Apotheker sind unter den Gesundheitsfachkräften am besten in der Lage und ausgestattet, um die Einhaltung medikamentöser Behandlungen zu bewerten. Jedoch gibt es für diese Compliance kein perfektes Maß. Zwei Dinge sind für den Apotheker besonders zweckmäßig: das Gespräch mit dem Patienten und die Einsichtnahme in die pharmakologischen Unterlagen.

Die Fachkraft darf sich jedoch nicht darauf beschränken, medizinische Informationen, eine Verordnung und Empfehlungen zu geben. Sie muss auch hinterfragen, wie der Patient diese wahrnimmt und was er von den erhaltenen Informationen behalten hat. Tatsächlich behält ein Patient im Durchschnitt nur 50 % der Informationen, die sein Arzt ihm übermittelt. Das ist insbesondere der Fall, wenn diese von anderen Informationen überlagert werden, die der Patient selbst oder sein Umfeld sich möglicherweise selbst anderswo beschafft haben, vor allem aus dem Internet. Die Akzeptanz des Lebens mit der Krankheit in der Gesellschaft hat einen großen Einfluss auf die gewissenhafte Einhaltung einer Therapie. Es ist demnach wichtig, dass der Arzt, der Apotheker und auch die Pflegekraft sich genügend Zeit nehmen, um alles ausführlich zu erklären und sämtliche Fragen des Patienten zu beantworten.

Die sechs Mechanismen zur Verbesserung der Therapietreue

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* « Améliorer l’observance, traiter mieux et moins cher », IMS Health-France und Cercle de réflexion de l’industrie pharmaceutique (Crip), November 2014.

Quellen: professionsante.ca, infirmiers.com, lecrip.org, afd.asso.fr