Epilepsie

Definition

Epilepsie bezeichnet eine neurologische Erkrankung, die auch Fallsucht oder zerebrales Krampfleiden genannt wird. Es ist die am weitesten verbreitete neurologische Krankheit in Europa. Es handelt sich um unvorhersehbare und plötzliche Anfälle, die sehr unterschiedlich sein können. Ein Anfall ist gekennzeichnet durch eine vorübergehende Störung des Gehirns, die abrupte elektrische Ladungen in einer Gehirnzelle (Neuronen) verursacht. Ein Anfall ist von kurzer Dauer und betrifft entweder einen Teil des Gehirns oder das komplette Gehirn.

Es ist wichtig, Epilepsie von einem einzigen Anfall zu unterscheiden. Man spricht nur von Epilepsie, wenn die Anfälle sich wiederholen. Ein einzelner Krampfanfall kann verschiedene Ursachen haben: ein Hirn-Trauma, ein Schlaganfall, eine medikamentöse Überdosierung…

Zum heutigen Zeitpunkt kennen die meisten Menschen diese Krankheit nicht sehr gut. Die Patienten haben also nicht nur Angst vor den Anfällen, sondern auch vor der Reaktion der Anderen.

Zahlen und Fakten

In Deutschland sind zwischen 500.000 und 650.000 Menschen an einer Epilepsie erkrankt. Dies entspricht 0,6 – 0,8 % der Bevölkerung. Ein einzelner Anfall kommt häufiger vor und betrifft ungefähr 5 % der Bevölkerung.

Eine Epilepsie kann in jedem Alter auftreten, ist aber häufiger bei Kindern/Jugendlichen oder bei Personen über 65 Jahren. In 75 % der Fälle wir die Krankheit vor 18 Jahren entdeckt und 50 % der Kinder heilen vor ihrem 18. Geburtstag.

Ursachen, Risikofaktoren und Risikogruppen

Jeder kann im Laufe seines Lebens einen Anfall bekommen. In mehr als der Hälfte der Fälle kennen die Ärzte nicht die Ursache. Man geht davon aus, dass die Krankheit in 10 bis 15 % der Fälle vererbt wurde.

Hier sind einige Faktoren, die Anfälle fördern:

  • Ein schlechtes Einhalten der verschriebenen Behandlung
  • Emotionen, Stress
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Drogenkonsum
  • Schlafmangel
  • Erkrankungen des Gehirns
  • Eine (eher seltene) Ursache kann ein Schlaganfall sein, bei dem sich eine Narbe gebildet hat, die die Aktivität der Neuronen verändert

Symptome

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, je nach dem Ort der elektrischen Ladungen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Anfällen:

1) Partieller Anfall (der normalerweise einige Minuten dauert)
In diesem Fall betrifft die Ladung nur einen Teil des Gehirns, mögliche Symptome sind:

  • Sprachprobleme
  • Motorische Störungen
  • Empfindungs- oder Sinnesstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Bewusstseinsveränderungen (der Patient ist sich nicht bewusst darüber, was er macht oder sagt)

2) Generalisierte Anfälle, zu denen gehören:

a) Tonisch-klonische Anfälle (die weniger als zwei Minuten dauern)
Hierbei handelt es sich um die bekanntesten Anfälle, aber längst nicht die häufigsten. Symptome sind:

  • Bewusstlosigkeit
  • Sturz
  • Krampfhafte Bewegungen
  • Beißen der Zunge…

b) Abwesenheiten
Sie lassen sich an einer kurzen Immobilität oder einer Blickstarre erkennen. Häufig treten sie bei Kindern oder Jugendlichen auf, die es selbst nicht mitbekommen.

Mögliche Folgen sind körperliche Verletzungen, die in einigen Fällen bis zum Tod führen können.

Was ist bei einem Anfall zu tun?

Wenn Sie einen Anfall mitbekommen, legen Sie die Person in die stabile Seitenlage und schützen den Kopf. Achten Sie darauf, dass der Betroffene nichts im Mund hat und versuchen Sie nicht, ihn festzuhalten. Es ist wichtig, besonders längere Anfälle zu behandeln, da die betroffenen Stellen des Gehirns eine gewisse Zeit keinen Sauerstoff bekommen. Die betroffene Person sollte in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Behandlung

Einem Anfall kann man nicht vorbeugen. Allerdings ist es möglich, ein normales Leben zu führen, indem man ein gesundes Leben führt, das heißt, ausreichend schlafen und Stress und übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden.

Eine geeignete Behandlung kann für 70 bis 80 % der Patienten Anfälle vermeiden. Es gibt Antiepileptika, die das Risiko der Anfälle mindern oder sogar komplett kontrollieren können. Vorher ist es allerdings sehr wichtig, die Form der Epilepsie zu kennen, da einige Medikamente bestimmte Symptome verschlimmern können. Außerdem gibt es nicht nur ein einziges effizientes Medikament; die Wahl trifft der Arzt individuell je nach Symptomen, Alter, Geschlecht etc. Auf jeden Fall ist die Einhaltung des Behandlungsplans sehr wichtig, um die Anfälle kontrollieren zu können.

Bei Kindern kann eine Epilepsie spontan heilen. Für Erwachsene kann die Chirurgie in einigen Fällen eine Lösung zur vollständigen Heilung sein, dies ist heutzutage allerdings noch sehr selten. Die Methode ist außerdem nur für einen Teil der Patienten geeignet, bei denen Antiepileptika versagt haben. Die erkrankte Zone kann also durch eine Operation entfernt werden.

Quellen: http://www.fondation-epilepsie.fr/comprendre-epilepsie/quest-ce-que-cest/, http://www.passeportsante.net/fr/Maux/Problemes/Fiche.aspx?doc=epilepsie_pm, http://www.ameli-sante.fr/epilepsie/epilepsie-definition-causes-et-facteurs-favorisants.html