Schlaganfall 

Definition

Wenn ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird, sprechen wir von einem Schlaganfall. Das Gehirn verliert von jetzt auf gleich seine Funktion, da es nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe erhält, um normal zu funktionieren. Dies hat den Tod der betroffenen Gehirnzellen zur Folge.

Man unterscheidet zwei Typen von Schlaganfällen: den ischämischen und den hämorrhagischen Schlaganfall. In 80% der Fälle handelt es sich um den ersten Typ, der sich durch ein Blutgerinnsel auszeichnet, das eine Arterie verstopft. Meistens ist die Ursache eine Arteriosklerose, das heißt eine Kalkablagerung auf den Arterien, wodurch diese gehärtet werden. Es kann sich allerdings ebenfalls um ein Blutgerinnsel handeln, das in einem anderen Ort des Körpers gebildet wurde und mit dem Blut zusammen „in das Gehirn gestiegen ist“. Der hämorrhagische Schlaganfall hingegen zeichnet sich durch den Riss einer Arterie des Gehirns aus, der durch einen hohen Blutdruck verursacht wurde.

Dies ist das Schema eines ischämischen Schlaganfalls:

Blutgerinnsel

Quelle: www.pramsaygds.fr

Zahlen

Jedes Jahr gibt es 1.400.000 Schlaganfälle in Europa und 12 Millionen weltweit. Das zunehmende Alter der Bevölkerung lässt diese Zahlen weiter steigen. Das durchschnittliche Alter der betroffenen Personen liegt momentan bei 73 Jahren, aber 25% der Personen sind jünger als 65 Jahre. Es sind also nicht nur ältere Personen von Schlaganfällen betroffen.

In einer Minute können zwei Millionen Neuronen zerstört werden, daher ist es wichtig, bereits beim Auftreten der ersten Symptome schnell zu reagieren. 15% der betroffenen Personen sterben einige Tage nach dem Schlaganfall und Überlebende erleiden oft bleibende Schäden. Schlaganfälle sind außerdem die erste Ursache für Behinderungen bei Erwachsenen.

Alter Schlaganfall

Ursachen, Risikofaktoren und Risikogruppen

Risikogruppen sind an erster Stelle ältere Personen. Das Risiko steigt ab 50 Jahren für Männer und ab 60 für Frauen. Außerdem können familiäre Hintergründe eine Rolle spielen oder auch Vorhofflimmern, eine Krankheit, die das Herz schneller und unregelmäßiger schlagen lässt.

Was die Risikofaktoren betrifft, die wir beeinflussen können, ist die Hauptursache Bluthochdruck. Andere nicht zu vernachlässigende Faktoren sind:

  • Diabetes
  • Rauchen: Tabak verengt die Arterien und erhöht somit das Risiko um 200%
  • Cholesterol, das durch Essgewohnheiten, Übergewicht und das Ausüben einer sportlichen Aktivität beeinflusst wird
  • Fettleibigkeit
  • Bewegungsmangel (weniger als 30 Minuten pro Tag)
  • Alkoholkonsum (mehr als 30 Gläser im Monat)

Frauen, die die Pille nehmen, sind ebenfalls eine Risikogruppe und Frauen, die zusätzlich rauchen, haben eine 4x so hohe Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden.

Symptome

Wie oben bereits erwähnt, ist es sehr wichtig, die ersten Anzeichen zu erkennen, um Verletzungen zu beschränken. Die Symptome betreffen oft eine Seite des Körpers, je nachdem, welche Gehirnhälfte betroffen ist. Ein Anzeichen kann also ein Körperteil sein, das sehr schwer, schwach oder gelähmt ist oder auch eine teilweise Lähmung des Gesichts. Andere mögliche Symptome sind Sprach-, Sicht-, Gleichgewichtsprobleme oder unerwartete und unerklärliche Kopfschmerzen.

Was ist zu tun bei einem Schlaganfall?

Wenn eine Person in Ihrer Anwesenheit einen Schlaganfall erleidet, legen Sie sie wenn möglich in die stabile Seitenlage, notieren Sie die Zeit der ersten Anzeichen, geben Sie ihr weder zu trinken noch zu essen und auf keinen Fall Medikamente. Rufen Sie anschließend schnell den Notarzt und bewahren Sie Ruhe. Nachdem Sie ihm die Situation beschrieben haben, bleiben Sie am Telefon, um mögliche Fragen zu beantworten. Der Kranke wird anschließend ins Krankenhaus gefahren und behandelt, um das Blutgerinnsel aufzulösen (Thrombolyse oder Fibrinolyse). Diese Behandlung muss in den ersten Stunden nach dem Schlaganfall gemacht werden, damit die Folgen gelindert werden können.

Konsequenzen

Es ist möglich, sich komplett von einem Schlaganfall zu erholen, aber die Folgeschäden sind oft groß und können einen Autonomieverlust oder den Tod zur Folge haben. In jedem Fall hängen die Folgen vom Typ des Schlaganfalls, der betroffenen Gehirnhälfte und der Schnelligkeit der medizinischen Behandlung ab.

Zu den häufigsten Folgeschäden gehören:

  • Die Lähmung einer Seite des Körpers
  • Sprach- und Sehstörungen
  • Depression
  • Demenz, Lern- oder Gedächtnisprobleme
  • Epilepsie

Behandlung

Wenn Sie die beschriebenen Symptome erkannt haben, aber alles wieder normal geworden ist, suchen Sie trotzdem einen Arzt auf. Es kann sich um eine transitorische ischämische Attacke handeln, die eine Art Alarm für einen Schlaganfall darstellt. Das Risiko, in den nächsten 24 Stunden einen Schlaganfall zu erleiden, ist groß.

Nach einem ischämischen Schlaganfall verschreibt der Arzt plättchenhemmende Medikamente, die die Bildung von Blutgerinnseln verhindern oder gerinnungshemmende Medikamente, die das Wachsen der bestehenden Blutgerinnsel unterdrücken. Außerdem wird eine Reha empfohlen, um Folgeerscheinungen zu mindern und dem Patienten zu helfen, wieder autonom zu werden. Unter Reha versteht man Logopädie (zum Wiedererlernen von Schrift und Sprache), Physiotherapie (zum Wiedererlernen des Laufens und der Bewegungen) und Ergotherapie (um seinen Alltag zu organisieren).

Dies ist eine Liste der Medikamente, die am häufigsten nach einem Schlaganfall verschrieben werden:

  • Vitamin-K-Antagonisten: Acenocoumarol, Fluindione, Warfarin
  • Blutplättchenaggregationsinhibitoren, außer Heparin: Acetylsalicylsäure, Clopidogrel, Clopidogrel Acetylsalicylsäure, Dipyridamol Acetylsalicylsäure
  • Statine (HMG-CoA-Reduktase-Hemmer): Fluvastatin, Pravastatin, Simvastatin

In jedem Fall ist es wichtig, seine Behandlung zu befolgen, damit der Patient seine Autonomie zurückgewinnt und die Wahrscheinlichkeit eines neuen Schlaganfalls sinkt. Pillendosen können den Patienten erlauben, die Einnahme ihres Medikamentes zu erleichtern und somit das Vergessen von Einnahmen zu vermeiden.

Vorbeugung

Die meisten Ursachen von Schlaganfällen können beeinflusst werden, indem man ein paar Regeln befolgt. Eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind wichtig, um Cholesterol-, Übergewicht oder Diabetes-Probleme zu vermeiden. Des Weiteren, sollte man das Rauchen aufhören und seinen Alkoholkonsum mindern. Und letztendlich ist es wichtig, sich auszuruhen und seinen Blutdruck zu überwachen.

Quellen: http://www.ameli-sante.fr/, http://www.accidentvasculairecerebral.fr/