Osteoporose, die stille Krankheit

Definition

Osteoporose ist eine chronische Knochenkrankheit, die sich durch den Rückgang der Knochendichte auszeichnet. Hierdurch werden die Knochen zerbrechlicher, wodurch Brüche entstehen. Diese Krankheit wird oft als still und schmerzlos beschrieben, weil die betroffenen Personen keine Schmerzen empfinden, bevor sie Brüche erleiden. Das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, steigt mit dem Alter; besonders für Frauen in den Wechseljahren, Männer über 65/70 und Personen, die einer Behandlung von Kortikoiden unterzogen sind. Ungefähr eine von drei Frauen in der Menopause (im Alter von ca. 50 Jahren) ist somit betroffen. Es können ebenfalls andere Symptome erscheinen, wie Wirbelsäulenbeschwerden, eine Skoliose, eine Kyphose (eine Deformierung der Wirbelsäule) oder Schwierigkeiten, alltägliche Bewegungen auszuführen, was zu einem Rückgang der Lebensqualität führt.

Osteoporose

Quelle: http://www.menox.fr/

Zahlen

Osteoporose gilt als Volkskrankheit, da sie zu den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit gehört. Hier einige Zahlen:

  • In Deutschland sind ungefähr sechs Millionen Menschen betroffen. In vielen Fällen bleibt die Krankheit allerdings unerkannt.
  • 80% der Brüche im Rahmen der Osteoporose treten bei Frauen auf.
  • Durch Osteoporose entstehen weltweit 3 Brüche pro Minute.
  • Die häufigsten Brüche sind Wirbel-, Oberschenkelhals- und Handgelenksbrüche.

Ursachen

Um diese Krankheit zu verstehen, muss man zunächst das Knochenskelett verstehen. Dieses erneuert sich ständig mit Hilfe von Zellen, die den alten Knochen zerstören und den neuen Knochen aufbauen. Dieser Prozess wird durch mehrere Faktoren ausgeglichen, wie Vitamin D oder auch Sexualhormone, die die Bildung neuer Knochen regulieren. Im Falle der Osteoporose, fabrizieren die Zellen weniger Knochen als sie zerstören.

Es gibt zwei Formen von Osteoporose, die primäre Osteoporose und die sekundäre, die nach einer anderen Krankheit auftritt. Die Ursachen einer primären Osteoporose können genetisch sein, eine Schwangerschaft, die Wechseljahre und vor allem verfrühte Wechseljahre oder das Altern bei Männern über 70. Eine sekundäre Osteoporose kann durch die Einnahme einer hohen Dosis an Kortison über einen längeren Zeitraum, durch entzündliches Rheuma, durch endokrine Erkrankungen oder auch durch Verdauungskrankheiten verursacht werden. Andere Risikofaktoren sind der Konsum von Tabak und Alkohol, schlechte Ernährung, übertriebene Schlankheit und die Abwesenheit physischer Aktivitäten oder auch Vitamin D- oder Calciummangel.

Behandlung & Vorbeugung

Osteoporose kann die Lebensqualität der betroffenen Personen mindern, aber die Brüche können vermieden werden, wenn die Krankheit erkannt und behandelt wird. Eine Knochendichtemessung ermöglicht es, die Dichte der Knochen zu messen. Ein Rückgang der Knochenmasse mit dem Alter ist normal, aber dieser kann begrenzt werden, indem man bereits im Kindesalter vorbeugt.

Einige einfache Vorsorgemaßnahmen erlauben es, die Knochenmasse aufrechtzuerhalten:

  • Nehmen Sie genug Calcium zu sich. Dieses kommt zum Beispiel in Milchprodukten oder calciumhaltigem Wasser vor. Der empfohlene Tagesbedarf liegt im Schnitt bei 1 200 mg. Diese Menge ist bei Jugendlichen höher und ein bisschen niedriger für Erwachsene. Heutzutage nehmen 80% der älteren Leute jedoch nicht genug Calcium zu sich, welches jedoch sehr wichtig für den Knochenbau ist.
  • Konsumieren Sie ebenfalls genug Vitamin D durch zum Beispiel Sonne, fettigen Fisch, Eier, Milchprodukte oder Butter. Vitamin D hilft außerdem, das Calcium an den Knochen zu binden.
  • Wenn Sie einen Calcium- oder Vitamin D-Mangel haben, können Nahrungsergänzungsmittel Ihnen helfen, die empfohlene Dosis einzunehmen. Sprechen Sie hierüber mit Ihrem Arzt, der Ihnen die richtigen Mittel für Ihre Krankheit verschreibt.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, hier sind einige einfache Beispiele: 30 Minuten am Tag laufen, Treppen statt Aufzug…
  • Schränken Sie den Genuss von Kaffee, Alkohol, Tabak und Limonaden ein.

Für Personen, die an Osteoporose leiden, gibt es verschiedene Behandlungen. Medikamente können die Knochen verstärken und Brüchen vorbeugen, indem sie entweder die Knochenbildung stimulieren oder die Zerstörung des Knochens verringern. Die Medikamente können hormonell oder nicht hormonell sein. In der ersten Kategorie befindet sich die Hormonersatztherapie (die Wirksamkeit ist allerdings umstritten da ein großes Risiko für die Entstehung anderer Krankheiten besteht) und die sogenannten SERMs (Selektive Oestrogen-Rezeptor-Modulatoren) zur Schützung des Knochens. In der Kategorie der nicht-hormonellen Medikamente befinden sich das Biphosphonat und das Strontiumranelat, das die Zerstörung der Knochen bremsen und die Bildung neuer Knochen fördern, und das Teriparatid, das den Calciumspiegel reguliert und somit den Knochenbau anregt.

In allen Fällen ist es wichtig, mit einem Arzt zu sprechen, der für jeden Patienten die passende Behandlung verschreibt. Die Mindestdauer einer Behandlung beträgt drei bis sechs Jahre. Es ist also sehr wichtig, seine Behandlung gewissenhaft zu verfolgen, um die Wirksamkeit auf lange Sicht zu beobachten.

Quellen: https://www.osteoporose-deutschland.de/, http://www.tout-sur-osteoporose.fr/, http://www.ameli-sante.fr/, http://sante-medecine.journaldesfemmes.com/, http://www.doctissimo.fr/