Die Alzheimer-Krankheit

Was ist das?

Die von Alois Alzheimer im Jahr 1906 entdeckte Alzheimer-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung. Sie ist verantwortlich für das progressive Verschwinden der Neuronen, die Basis des Gehirns, die eine große Anzahl an Aktionen programmiert: Erinnerung, Sprache, Logik, etc. Die Beschädigung der Neuronen haben Gedächtnis-, Gefühls- und Verhaltensstörungen zur Folge. Die Symptome entstehen meistens langsam und verschlimmern sich mit der Zeit bis die betroffene Person jegliche Autonomie verliert.

Alzheimer tritt öfter bei älteren Personen ein, ist aber keine normale Konsequenz des Alterns.

Es gibt noch keine Behandlung, die in den Zellen der Krankheit wirkt. Die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten sind nicht heilend und verhindern in keinem Fall den Zellverfall und den Hirntod, können aber die Entwicklung der Symptome verlangsamen. Momentan sind vier solcher Medikamente auf dem Markt verfügbar. Die Moleküle der Medikamente agieren, indem sie die Zerstörung der Neurotransmettoren, die die Informationen von einem Neuron zum Nächsten tragen, verhindern. Bei beobachteten Versuchen wurde eine leichte aber bedeutsame Verbesserung der Hirnfunktionen, der täglichen Aktivitäten und der generellen Beurteilung des Patienten durch seine Familie und den Arzt festgestellt.

Gehirn

a) Gesundes Gehirn    b) Gehirn im fortgeschrittenem

                                    Stadium der Krankheit

     c) Überlagerung der zwei Gehirne

 

 

 

 Neuronen

Quelle: www.alz.org

Illustration: Jannis Productions. Rebekah Fredenburg, animation par ordinateur; Stacy Jannis, illustration/direction artistique.

Die Krankheit in Zahlen (Frankreich)

  • 850.000 erkrankte Personen
  • 3.000.000 betroffene Personen – Kranke und Angehörige – in Frankreich und den frz. Überseegebieten
  • Potenziell 1.275.000 kranke Personen in 2020, d.h. 1 Franzose von 4 über 65 Jahren

 

  • 1 Kranker von 2 weiß nicht, dass er Alzheimer hat
  • Der durchschnittliche Zeitraum zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem Zeitpunkt der Diagnose liegt bei 24 Monaten
  • Keine heilende Behandlung oder Prophylaxe
  • Bis zu 5 % der betroffenen Personen leiden früh an Alzheimer, oft schon ab 40 oder 50 Jahren

Risikofaktoren

90% von dem, was wir über Alzheimer wissen, wurde in den letzten zwei Jahrzenten entdeckt. Wissenschaftler haben zwar die Mechanismen der Entstehung der Läsionen ans Licht gebracht, allerdings noch nicht die Ursachen ihrer Entstehung. Die genaue Herkunft der Krankheit ist also immer noch nicht bekannt.

Einige Risikofaktoren wurden allerdings identifiziert:

  • Das Alter: ältere Personen sind öfter betroffen
  • Das Geschlecht: das Risiko des Auftretens der Krankheit ist bei Frauen über 80 am höchsten
  • Vaskuläre Risikofaktoren
  • Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Tabak
  • Familiärer Hintergrund: dies betrifft allerdings nur 1% der betroffenen Personen

10 Zeichen und Symptome der Alzheimer-Krankheit

Zwischendurch einen Termin, den Namen eines Kollegen oder eine Telefonnummer zu vergessen ist ganz alltäglich. Die Kombination aus mehreren Störungen und die Tatsache, dass sie einen erheblichen Einfluss auf das Leben der betroffenen Person haben, sollten die Aufmerksamkeit der Person und die seiner Umgebung wecken.

Die identifizierten Symptome der Alzheimer-Krankheit sind:

  • Gedächtnisverlust, der den Alltag stört
  • Schwierigkeiten zu planen oder Probleme zu lösen
  • Schwierigkeiten bekannte Aufgaben im Haus, auf der Arbeit oder während der Freizeit zu erledigen
  • Verwirrungen, was Zeit oder Ort betrifft
  • Schwierigkeiten Bilder oder räumliche Beziehungen zu verstehen
  • Neuauftretende Sprach- oder Schreibprobleme
  • Verlieren von Sachen und der Verlust der Kapazität eine Situation zu rekonstruieren
  • Vermindertes Urteilsvermögen
  • Rückzug von der Arbeit oder sozialen Aktivitäten
  • Stimmungs- oder Persönlichkeitsschwankungen

Ignorieren Sie diese Symptome nicht. Sprechen Sie mit einem Arzt, um die Ursachen zu klären.

Mehrere Möglichkeiten der Prävention

Es gibt zwar noch keine prophylaktische Behandlung, die die Krankheit verhindern kann, allerdings werden zurzeit mehrere Möglichkeiten erforscht, den Fortschritt der Krankheit zu verlangsamen.

Ernährung

Es wurden verschiedene Studien über den Einfluss einer bestimmten Ernährung im Rahmen der Alzheimer-Vorsorge durchgeführt. Dabei wurden mehrere Beobachtungen, besonders in Bezug auf die mediterrane Ernährung, gemacht, die zu großen Teilen aus Fisch, Obst, Gemüse und Olivenöl besteht. Bei Leuten, die zwei oder drei Mal pro Woche Fisch essen, hat man zum Beispiel eine Verringerung des Risikos des Rückgangs der Hirnfunktionen festgestellt. Dies sind interessante Fährten, die allerdings noch durch Langzeit-Studien bewiesen werden müssen.

Physische und intellektuelle Aktivitäten

Im Rahmen der Vorsorge spricht man eher von physischer als von sportlicher Aktivität. Es wird natürlich empfohlen, in jedem Alter eine physische Aktivität auszuüben, dies kann sowohl Laufen als auch einfaches Treppensteigen anstelle des Aufzuges sein. Dies ist eine gute Vorsorge, die allerdings nicht nur die Alzheimer-Krankheit betrifft.

Was die intellektuellen Aktivitäten angeht, scheint offensichtlich, dass das Risiko gesenkt werden kann durch Übungen, die das Gedächtnis, die Logik oder das Nachdenken stimulieren. Diese Theorie wird ebenfalls noch getestet.

Schutzfaktoren

Es gibt zwei große Hypothesen, die die Schutzfaktoren dominieren: die kognitiven Fähigkeiten (je besser das Neuronen-Netzwerk entwickelt wurde, desto später treten Symptome auf) und die Vorbeugung von vaskulären Läsionen.

Die Empfehlungen für die kognitiven Fähigkeiten sind: die Gehirnaktivität ausbauen

Die Empfehlungen für vaskuläre Läsionen: eine gute Kontrolle des Blutzuckers, des Bluthochdrucks und des Cholesterols.

Die Hoffnungen der Forschung

Studien ermöglichen uns heute die wichtigsten Faktoren zu identifizieren: das Bildungsniveau, Diabetes, der Konsum von Obst und Gemüse, die Genetik. Es ist jedoch zu früh, den Kausalzusammenhang der einzelnen Faktoren zu nennen, der noch durch epidemiologische und klinische Versuche bewiesen werden muss. Hieran wird schon gearbeitet, allerdings dauert es bestimmt noch fünf bis zehn Jahre, bevor individualisierte Vorsorgemaßnahmen mit spezifischen Empfehlungen angeboten werden können.

Quellen: www.francealzheimer.org et www.alz.org