Informationen über Brustkrebs

Gleich zu Beginn sollte erwähnt werden, dass sich Brustkrebs immer besser behandeln lässt: Die Therapien schreiten voran, die Patientinnen werden besser betreut (vor, während und nach der Erkrankung, psychologische Unterstützung, soziale Begleitung, Behandlung der Schmerzen) und die Heilungsrate ist sehr hoch. Mehr als 86 % der Patientinnen leben 5 Jahre nach der Diagnose noch. Dennoch gibt es hier weiterhin einen Problemschwerpunkt: Die Therapieüberwachung, insbesondere wenn sie ambulant stattfindet.

Brustkrebs in wenigen Worten erklärt

Beim Brustkrebs handelt es sich um einen Tumor, der sich aus den Zellen der Brustdrüse entwickelt (siehe Abbildung unten). Die malignen Zellen vermehren sich unkontrolliert und bilden Tumore, die unterschiedlich behandelt werden.

Informationen über BrustkrebsQuelle: e-cancer.fr

In 95 % der Fälle handelt es sich beim Brustkrebs um ein Adenokarzinom, das sich entweder aus Zellen der Milchgänge entwickelt und dann duktales Karzinom genannt wird, oder in selteneren Fällen aus Zellen der Brustdrüsenläppchen entsteht und dann lobuläres Karzinom heißt.

Wenn sich die Tumorzellen auf die Milchgänge und Drüsenläppchen begrenzen, spricht man von einem „nicht infiltrierten“ oder „in situ“ Tumor.

Wenn das Brustgewebe und/oder das benachbarte Gewebe, nämlich andere Körperteile, betroffen sind, handelt es sich um einen „infiltrierenden“ Brustkrebs, der auch „infiltrierendes Karzinom“ genannt wird.

Es gibt außerdem noch weitere, seltenere Brustkrebsformen.

Dank der Genomik (Erforschung des Genoms) können die Tumore eingeteilt werden und es lässt sich feststellen, an welcher Tumorform die Patientin leidet (Luminal-A- oder B-Tumor, HER2+ Tumor, basal-like-Tumor, dreifach negativer Tumor). Somit können auch besser angepasste Therapien vorgeschlagen werden.

Man unterscheidet zwischen Mono- und Multitherapien.

  • Operation
  • Strahlentherapie
  • Chemotherapie
  • Hormontherapie
  • Zielgerichtete Therapien

Die Verabreichung der jeweiligen Behandlung kann unterschiedlich erfolgen:

  • Intravenöse Verabreichung: im Krankenhaus oder zu Hause durch geschulte Fachkräfte mit Kenntnis der verabreichten Medikamente.
  • Orale Verabreichung: Kann im Krankenhaus beginnen und ambulant fortgesetzt werden. Eine Einnahme umfasst mehrere Tabletten und muss strikt im Hinblick auf die Uhrzeit der Einnahme als auch die Anzahl der Tabletten pro Einnahme eingehalten werden. Auch eine mögliche Aufnahme oder Auslassen der Aufnahme von Nahrung vor und nach der Einnahme ist zu überwachen. Das wird als Therapieüberwachung bezeichnet. Der Einsatz von Medikamentenboxen zur optimalen Überwachung der Brustkrebsbehandlung ist eine wirksame Hilfe, vor allem wenn die Einnahmen aufgrund von unerwünschten Ereignissen aufgeteilt werden müssen.

Vorsorge in Frankreich

Im Rahmen des „Krebsplans“ der französischen Regierung wird allen Frauen zwischen 50 und 74 Jahren, ein Alter, in dem das Risiko Brustkrebs zu entwickeln am höchsten ist, ein Vorsorgeprogramm für Brustkrebs vorgeschlagen.

Ab 50 Jahren können sich die Frauen alle 2 Jahre einer Mammografie unterziehen, die zwei Röntgenaufnahmen pro Brust und zwei Besprechungen mit spezialisierten Radiologen umfasst.

Wenn (in weniger als 7 % der Fälle) eine Anomalie festgestellt wird, kann der Radiologe Zusatzuntersuchungen vorschlagen.

Die Wahrnehmung einer Mammografie alle zwei Jahre ist für eine frühzeitige Erkennung eines noch so kleinen Tumors wichtig.

Die Teilnahme am Vorsorgeprogramm ist einfach: Sie erhalten einen Einladungsbrief für die Vorsorgemammografie. Beigefügt ist die Liste mit Radiologen in der Nähe Ihres Wohnsitzes, die am nationalen Präventionsprogramm teilnehmen, damit Sie Ihren Arzt auswählen können. Sie müssen nun nur noch den Termin wahrnehmen.

Die Teilnahme am Vorsorgeprogramm ist kostenlos: Die klinische Untersuchung und die Mammografie werden zu 100 % von Ihrer Krankenkasse ohne Zu- oder Vorauszahlung übernommen.

Mit der Teilnahme am Vorsorgeprogramm haben Sie einen großen Vorteil: Bei einer regelmäßigen Teilnahme erfolgt die Erkennung von Brustkrebs früh genug und erhöht Ihre Heilungschance. Außerdem ist die Behandlung weniger anstrengend.

Mit der Brustkrebsvorsorge haben Sie Ihre Gesundheit selbst in der Hand!

Brustkrebs in Zahlen

1 von 8 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.

Jedes Jahr erkranken in Frankreich 49.000 Frauen an Brustkrebs.

Bei frühzeitiger Erkennung kann Brustkrebs in 9 von 10 Fällen geheilt werden.

Weniger als 1 % der Brustkrebserkrankungen betreffen Männer.

Die Anzahl der jährlichen Todesfälle wird auf 11.900 geschätzt.

Durchschnittsalter bei der Diagnose 2012: 63 Jahre.

In mehr als 8 von 10 Fällen sind am häufigsten Frauen über 50 Jahre von Brustkrebs betroffen.

Zwischen 1980 und 2005 stieg aus mehreren Gründen die Anzahl der Brustkrebsfälle um 138 % an:

  • Verlängerung der Lebenserwartung,
  • Ausweitung der Vorsorge, die eine Erkennung im Frühstadium ermöglicht
  • und außerdem laut Experten aufgrund von Risikofaktoren in Bezug auf die Umwelt und das Verhalten.

Ab einem Alter von 40 Jahren erhöht sich das Brustkrebsrisiko statistisch gesehen alle zehn Jahre um das 1,5-fache.

Risikofaktoren

Mehrere Faktoren, die das Risiko Brustkrebs zu überleben mäßig erhöhen, stehen laut der oberen Gesundheitsbehörde klar im Vordergrund:

  • familiäre Hintergründe
  • Übergewicht, insbesondere nach den Wechseljahren
  • hormonelle Empfängnisverhütung
  • eine Hormonersatztherapie (HET) während den Wechseljahren
  • späte Schwangerschaften oder keine vollständig abgeschlossene Schwangerschaft
  • Alkoholkonsum
  • Diabetes Typ 2
  • Verzehr von fettem Fleisch

Fortschritte in der Forschung

Jedes Jahr gibt es weitere Fortschritte in der Krebsforschung. Das Institut Curie, eines der größten europäischen onkologischen Forschungszentren, nennt mehrere vielversprechende Wege:

  • Die Präzisionsmedizin basiert auf den molekularen Eigenschaften des Tumors. Bei Brustkrebs kommen 4 Biomarker (spezifische Eigenschaften eines Tumors) zum Einsatz. Durch das systematische Auffinden kann man der Patientin die Therapie, sofern es sie gibt, vorschlagen, die am genauesten ihrer Tumorform entspricht.
  • Gezielte Therapien  hemmen die Tumorzellen spezifischer als eine Chemotherapie, bei der die rasche Teilung aller Zellen, von einem gesunden oder krebsartigen Organismus, verhindert wird.
  • Dank insbesondere der Perfektionierung bildgebender Verfahren werden neue Diagnoseverfahren entwickelt.
  • Die Erkennung zirkulierender Tumorzellen. Tumorzellen, die sich vom Tumor „loslösen“ und im Organismus zirkulieren, werden anhand einer simplen Blutentnahme nachgewiesen. Diese Untersuchungsform dürfte eine bessere Beobachtung der Krankheitsentwicklung im Falle von Metastasen und folglich eine Anpassung der Behandlung ermöglichen. Dieses Verfahren ist schneller und weniger invasiv wie eine Biopsie.

Die DNA zirkulierender Tumorzellen ist ein weiteres Thema, mit dem sich das Institut Curie befasst.

Quellen: e-cancer.fr, cancerdusein.org, ameli-sante.frcurie.fr